Flora
Flora
(römische Göttin der Blumen und des Frühlings)

Portal des Bibra-Hauses
Flora am Bibra-Haus
Das Portal des Bibrahauses wird von einer Immaculata gekrönt und enthält in seinen Giebelschenkeln  Figuren der Flora und Ceres. Flora - hier am Bibrahaus in Bamberg - wird häufig mit Blumenkranz und Blumenvase dargestellt.
Nach Ovid (Fasti V, 183 ff.) [1]   ist die Frühlingsgöttin Flora (von. lat. flos, floris = Blüte, Blume) die Mutter der Blüten, die mit lustigen Spielen gefeiert werden muss: "...bei ihrem Fest Ende April [2] fand eine Art Striptease der Prostituierten [3] statt, worüber sich der christliche Autor Lactantius verständlicherweise erregt (Institutiones divinae I 20, 10), dazu Hetzjagden auf Ziegen und Hasen (Ovid, Fasti V, 371). [4] Wenn wir heute mit "Flora" die Pflanzenwelt bezeichnen, liegen uns laszive Assoziationen ... fern..."
FINK, G. (1988); S. 110.
Kurzinformation zum Bibra-Haus: vgl. Ceres
Auch andernorts kann man in Bamberg Flora finden:
Flora im Rosengarten der Neuen Residenz und in der Fassade der Villa Dessauer (Hainstraße 4 a)

Anmerkungen:  
[1]
Ovid, Fasti V, 183 ff.:
Mater, ades, florum, ludis celebranda iocosis:
distuleram partes mense priore tuas.

"Mutter der Blumen, stell dich ein! Du musst mit lustigen Spielen gefeiert werden!
Ich verschob deinen Abschnitt im letzten Monat.





[2]
Im Jahre 238 v. Chr. wurde in Rom in der Nähe des Circus Maximus ein Tempel der Flora errichtet. Das Fest der Tempelweihe (ludi florales oder Floralia) fand alljährlich vom 28. April bis 3. Mai statt. Die ausgelassenen Bräuche ähneln den heute teilweise noch üblichen Sitten zum Maianfang (z. B. Maibaum-Stecken).
[3]
Die Prostituierten (= Hetären) wurden von der Menge aufgefordert, ihre Kleider abzuwerfen.
[4]
Ovid, Fasti V, 371 ff.:
Cur tibi pro Libycis clauduntur rete leaenis
inbelles capreae sollicitusque lepus?
non sibi respondit silvas cessisse, sed hortos
arvaque pugnaci non adeunda ferae.
"Warum werden für dich statt libyscher Löwen mit dem Netz
zahme Ziegen und der aufgescheuchte Hase gefangen?
Sie antwortete, dass ihr nicht die Wälder, sondern die Gärten
und Felder, zu denen die wilden Tiere keinen Zugang hätten, unterstünden.













Quellen:
BREUER, T. u. GUTBIER, R.: Die Kunstdenkmäler von Oberfranken, Stadt Bamberg, Bürgerliche Bergstadt. 2 Halbbände. Bamberg: Bayer. Verlagsanstalt, 1997; S. 939-955.
FINK, G.: Who's who in der antiken Mythologie. München: Deutscher Taschenbuch Verlag, 1998 (7. Auflage), S. 110.
HUNGER, H.: Lexikon der griechischen und römischen Mythologie mit Hinweisen auf das Fortwirken antiker Stoffe und Motive in der bildenden Kunst Literatur und Musik des Abendlandes bis zur Gegenwart. Reinbeck bei Hamburg: Rowohlt, 1974; S. 137-138.