Bischof Anton von Rotenhan (1431-1459)
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| An der Ostseite des dritten Pfeilers des südlichen Seitenschiffes befindet sich (im Bamberger Dom) das Sandsteinepitaph für Fürstbischof Anton von Rotenhan, das einer Bamberger Werkstatt entstammt. [1] Vom Konzept her folge es dem Grabmal des Albrecht von Wertheim, wobei der Stil jedoch schlichter gehalten ist. |
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| Die Inschrift befindet sich, weiß auf braunem Untergrund, an der Wand über dem Epitaph. |
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Anno domini mcccclix mensis maij v. |
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die obiit Reverendissimus in xpisto pater et dominus |
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Antonius de Rotenhan, Episcopus huius ecclesiae |
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Bambergensis, cuius anima requiescat in pace. |
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Im Jahre des Herrn 1459, am 5. Tage des Monats Mai verstarb der hochwürdigste Vater und Herr in Christus, Antonius von Rotenhan, Bischof dieser Kirche von Bamberg. Seine Seele ruhe in Frieden. |
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| Anton von Rotenhan, um 1390 in Rentweinsdorf geboren, wurde 1431, als in Bamberg die Pest wütete, in Staffelstein zum Bischof gewählt. Bereits am Tag vor seiner Wahl mußte er in der sog. Wahlkapitulation beschwören, "nichts ohne den Willen des Domkapitels zu unternehmen." [2] In dieser Praxis hatte die Abhängigkeit des Bischofs vom Domkapitel seit 1328 einen Gipfelpunkt erreicht. [3] In Bamberg gab es zur Zeit Rotenhans drei rivalisierende Parteien: Das mächtige Domkapitel mit den Immunitäten St. Gangolf, St. Jakob, St. Stephan und dem Kloster Michelsberg, den Bischof, der "eben nicht mit dem Machtblock des Domkapitels gleichgesetzt werden darf" [4], und den bürgerlichen Stadtbezirk auf der Insel. Die Bewohner der Immunitätsbezirke genossen Steuerfreiheit, während der von der Gunst des Domkapitels abhängige Bischof Steuern von den Stadtbürgern einziehen mußte. Diese Ungleichheit führte zu dem blutigen Immunitätenstreit, der vom Fürstbischof nach heftigen Kämpfen 1440 durch einen Ausgleich beigelegt werden konnte. Zu einer Entscheidung kam es auch im Kloster Michelsberg, in dem schon lange kein klösterlicher Geist mehr herrschte, als Bischof Rotenhan den Abt Johann von Fuchs 1446 gefangennahm und absetzte. |
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| [Rotenhans] Grabinschrift weist große Parallelität zu der des Albrecht von Wertheim auf, und auch in sprachlicher und abkürzungstechnischer Hinsicht gilt im wesentlichen das bereits zu dieser Ausgeführte. |
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| Exkurs: Die Gründung des Bamberger Ortsteils Wildensorg |
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| An dieser Stelle sei mir [Florian Walz] ein kurzer heimatgeschichtlicher Exkurs gestattet: Zur Zeit Rotenhans blühte auf den Hügeln der Bamberger Gegend die Weinrebe, von Mönchen und Häckern angelegt und gepflegt. Im Jahre 1435 sprachen zwei Weinbauern, Conz Pratengeyer und Burgkart Hetzer, beim Fürstbischof auf der Altenburg vor und baten ihn, sich bei ihren etwas abseits gelegenen Weinbergen am Fuße der Altenburg ansiedeln zu dürfen. Anton von Rotenhan erlaubte ihnen dann auch unter dem 25. Juli 1435, "hinter der Altenburg zwei Häuser und Keltern zu erbauen, weil sie ihm und dem Stifte zu St. Jakob so treu gedient und so inständig gebeten hätten." [5] Diese beiden und vier weitere Häuser, die sich 1462 und 1467 hinzugesellten [6], sind der Anfang des Häckerdorfes Wildensorg, dessen Entstehen somit auf Fürstbischof von Rotenhan zurückzuführen ist. |
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